Start Über den Calvinismus Die 5 Punkte als Antwort

Die 5 Punkte des Calvinismus Inhaltlich

Erst im späten 16.ten Jahrhundert und frühen 17.ten Jahrhundert lösten sich die Nachfolger des Arminius von den Wurzeln des reformierten Glaubens und wollten die Kirche umformen. Als Verteidigung und Abwehr dazu haben die damaligen Kirchenführer einen Antwortschrift auf die Angriffe der Remonstranten, das waren die Anhänger von Arminius, verfasst. Diese sogenannten Lehrregeln von Dordrecht entstanden einer Kirchenversammlung (Synode), die nach langen Beratungen und harten Auseinandersetzungen die entscheidenden Punkte herausgriff und zusammenfasste. Diese Lehrregeln werden häufig mit "dem Calvinismus" gleichgesetzt, obwohl Johannes Calvin bereits lange tot war und er an keiner Stelle beteiligt war.

Eine kurze Zusammenfassung der fünf Punkte finden Sie nachfolgend:

1. Absolute Unfähigkeit oder Totale Verderbtheit

Aufgrund des Sündenfalls ist der Mensch von sich heraus nicht fähig an das Evangelium zu glauben um zum Heil zu kommen. Der Sünder ist tot, blind, und taub den Dingen Gottes gegenüber; sein Herz ist betrügerisch und hoffnungslos verdorben. Sein Wille ist nicht frei, er ist versklavt an seine verdorbene Natur, deshalb will er nicht—de facto kann er nicht— in geistlichen Dingen das Gute gegenüber dem Bösen vorziehen. Daraus folgt, es erfordert viel mehr als die Hilfe des Geistes um einen Sünder zu Christus zu bringen—es erfordert die Wiedergeburt, bei der der Geist den Sünder zum Leben erweckt und ihm eine neue Natur gibt. Glaube ist nicht das was der Mensch zu seiner Rettung beiträgt, sondern ist selbst Teil von Gottes Geschenk des Heils—er ist die Gabe Gottes an den Sünder, aber nicht die Gabe des Sünders an Gott.

2. Unbedingte Erwählung

Gottes Erwählung zur Errettung bestimmter Menschen vor Grundlegung der Welt beruht einzig allein auf seinem souveränen Willen. Seine Auswahl von bestimmten Sündern basierte nicht auf irgendwelchen von Gott vorhergesehenen Gehorsamsakten dieser Menschen, wie z.B. Glaube, Buße, etc. Im Gegenteil, Gott schenkt Glauben und Buße einem jeden Menschen, den Er auserwählte. Glaube und Buße sind das Ergebnis, nicht der Grund für Gottes Erwählung. Die Erwählung ist demzufolge nicht bestimmt oder bedingt durch irgendeine innewohnende Qualität oder etwa einer von Gott vorhergesehenen Handlung des Menschen. Diejenigen, die Gott in seiner Souveränität auserwählt hat, die bringt er durch die Kraft des Heiligen Geistes zur willigen Annahme von Christus. Demnach ist Gottes Entscheidung für den Sünder, nicht die Entscheidung des Sünders für Christus, die eigentliche Ursache für die Errettung.

3. Spezielle Erlösung oder Beschränkte Wiedergutmachung

Das Erlösungswerk Christi war nur dazu bestimmt, die von Gott Auserwählten zu retten und ihre Rettung tatsächlich zu bewirken. Durch seinen stellvertretenden Tod ertrug Christus die Strafe der Sünde anstelle ganz bestimmter Sünder. Über die Hinwegnahme der Sünden der Seinen bewirkte das Erlösungswerk Christi alles was notwendig war zu ihrer Rettung, einschließlich dem Glauben, welcher sie mit Christus vereinigt. Der geschenkte Glauben wird mit absoluter Sicherheit vom Geist bei all denen gewirkt, für die Christus gestorben ist, und sichert somit ihr Heil.

4. Der wirksame Ruf des Geistes oder Unwiderstehliche Gnade

Zusätzlich zum äußerlichen und allgemeinen Ruf zur Rettung, der an jeden ergeht der das Evangelium hört, erreicht der Heilige Geist die Auserwählten mit einem besonderen inneren Ruf, der sie unweigerlich zum Heil bringt. Der innere Ruf (der nur an die Erwählten ergeht) kann nicht abgelehnt werden; er führt stets zur Wiedergeburt. Durch das Mittel dieses besonderen Rufs zieht der Geist unwiderstehlich zu Christus. In seinem Werk, das Heil zu bewirken, ist der Geist weder vom Menschen eingeschränkt, noch ist der Geist dabei auf die Kooperation des Menschen angewiesen. Der Geist bewirkt aus Gnade, daß der Mensch kooperiert, glaubt, Buße tut, aus freien Stücken und willig zu Christus kommt. Aus diesem Grund ist Gottes Gnade unwiderstehlich, sie versagt niemals darin, die Rettung derjenigen zu erwirken an welche sie gerichtet ist.

5. Das Durchhalten der Gläubigen

Alle, die von Gott erwählt wurden, erlöst von Christus, und denen der Glaube durch den Geist gegeben wurde, sind für immer gerettet. Sie werden im Glauben gehalten durch die Kraft des allmächtigen Gottes und halten demzufolge durch bis zum Ende.

aus The Five Points of Calvinism – Defined, Defended, Documented by David N. Steele and Curtis Thomas; published by the Presbyterian and Reformed Publishing Co., Phillipsburg, N.J. (Übersetzt 2000 von Stefan Fehlinger, Eckenbertstr. 38, 67549 Worms)

 

Aktualisiert (Montag, den 07. November 2016 um 14:07 Uhr)