Start Werke Calvins Aus der Institutio Über die Erwählung -Teil1-

Über die Erwählung -Teil1-

Johannes Calvin über die Erwählung

Teil -1-

Johannes Calvin: Institutio, Buch III, Kapitel 21

Nun wird aber der Bund des Lebens nicht gleichermaßen bei allen Menschen gepredigt, und er findet auch bei denen, die seine Predigt zu hören bekommen, nicht gleichermaßen und fortwährend den gleichen Platz. In dieser Verschiedenheit tritt die wundersame Hoheit des göttlichen Gerichts zutage. Denn es kann nicht zweifelhaft sein, daß auch diese Verschieden-artigkeit dem Urteil der ewigen Erwählung Gottes dient. Ist es nun aber offenkundig, daß es durch Gottes Wink geschieht, wenn den einen das Heil ohne ihr Zutun angeboten wird, den anderen dagegen der Zugang zu diesem Heil verschlossen bleibt, - so erheben sich hier gleich große und schwere Fragen, die nicht anders zu lösen sind, als wenn die Frommen innerlich klar erfaßt haben, was sie von der Erwählung und Vorbestimmung wissen müssen. Wahrlich, - wie es vielen scheint! – eine verwickelte Frage: man meint, es sei doch nichts weniger sinnvoll, als daß aus der allgemeinen Schar der Menschen die einen zum Heil, die anderen aber zum Verderben vorbestimmt sein sollten! Wie ungeschickt sich aber die Menschen, die dergleichen Meinungen haben, selbst Schwierigkeiten bereiten, das wird gleich aus dem Zusammenhang deutlich werden. 
Man muß auch bedenken, daß gerade in dieser Dunkelheit, die sie erschreckt, nicht nur der Nutzen dieser Lehre, sondern auch ihre über die Maßen süße Frucht zutage tritt. Wir werden nie und nimmer so klar, wie es sein sollte, zu der Überzeugung gelangen, daß unser Heil aus dem Brunnquell der unverdienten Barmherzigkeit Gottes herfließt, ehe uns nicht Gottes ewige Erwählung kundgeworden ist; denn diese verherrlicht Gottes Gnade durch die Ungleichheit, daß er ja nicht unterschiedslos alle Menschen zur Hoffnung auf die Seligkeit als Kinder annimmt, sondern den einen schenkt, was er den anderen verweigert. Wie sehr die Unkenntnis dieses Grundsatzes Gottes Ehre mindert, und wie sehr sie der wahren Demut Abbruch tut, das liegt auf der Hand.

Nun kann aber nach Paulus diese Tatsache, die zu erkennen so hoch vonnöten ist, gar nicht begriffen werden, wenn nicht Gott unter Beiseitelassen jeder Rücksicht auf die Werke die Menschen erwählt, die er bei sich zu erwählen beschlossen hat! "In dieser Zeit", sagt er, "werden die Übrigen selig werden nach der Wahl der Gnade. Ist's aber aus Gnaden, so ist's nicht aus Verdienst der Werke; sonst würde Gnade nicht Gnade sein. Ist's aber aus den Werken, so eben nicht aus Gnaden; sonst wäre Werk nicht Werk!" (Röm. 11, 5. 6). Wir müssen also auf den Ursprung der Erwählung zurückverwiesen werden, damit es feststeht, daß uns das Heil von nirgendwo anders her, als allein aus reiner Freundlichkeit Gottes zuteil wird; wer das nun also auslöschen will, der verdunkelt, soweit es in seiner Macht steht, in Bosheit, was doch gewaltig und mit vollem Munde gerühmt werden sollte, ja, er reißt auch die Wurzel der Demut aus! Paulus bezeugt deutlich: wo das Heil des übrigbleibenden Volkes der "Wahl der Gnade"  zugeschrieben wird, da wird erst erkannt, daß Gott aus reinem Wohlgefallen selig macht, welche er will, daß er aber nicht etwa Lohn austeilt, den er ja nicht schuldig sein kann. Wer nun die Tore verschließt, so daß keiner es wagt, an einen Geschmack von dieser Lehre zu kommen, der tut den Menschen nicht weniger Unrecht als Gott; denn es gibt nichts anderes, das uns so nach Gebühr zu demütigen vermöchte – und wir werden dann auch nicht von Herzen empfinden, wie sehr wir Gott verpflichtet sind!

Auch finden wir doch anderswo keine Stütze zu getroster Zuversicht. So lehrt es Christus selber: um uns mitten in soviel Gefahren, soviel Nachstellungen und tödlichen Kämpfen von aller Furcht zu befreien und unbesieglich zu machen, verheißt er, daß alles, was er von seinem Vater in Obhut empfangen hat, unversehrt bleiben soll (Joh. 10, 28. 29). Daraus schließen wir: wer nicht weiß, daß er Gottes besonderes Eigentum ist, der muß jämmerlich daran sein und aus dem Zittern nicht herauskommen. Die Leute also, die diesen dreifachen Nutzen, von dem wir sprachen (Gewißheit, Demut, Dankbarkeit), blind übersehen und auf diese Weise das Fundament unseres Heils gern aufheben möchten, die tun also sich selbst und allen Gläubigen einen sehr schlechten Dienst! Was will man denn dazu sagen, daß doch auf diesem Grunde die Kirche sich erhebt, die man sonst, wie Bernhard richtig lehrt, gar nicht auffinden, auch nicht unter den Kreaturen wahrnehmen könnte? Denn sie liegt auf wundersame Weise einerseits im Schoß der seligen Vorbestimmung, andererseits in der Masse der elenden Verdammnis verborgen! (Bernhard von Clairvaux, Predigten zum Hohen Liede, 78).

Die erste Gefahr: der Vorwitz!

Bevor ich nun an die Sache selbst herangehe, muß ich zunächst mit zweierlei Menschen ein zwiefaches Vorgespräch halten.

Die Erörterung über die Vorbestimmung ist zwar an sich schon einigermaßen verzwickt; aber der Vorwitz der Menschen macht sie erst recht verwickelt und geradezu gefährlich. Er lässt sich durch keinerlei Riegel davon abbringen, sich auf verbotene Abwege zu verlaufen und über sich hinaus in die Höhe zu dringen; wenn es möglich ist, so lässt er Gott kein Geheimnis übrig, das er nicht durchforscht und durchwühlt. Wir sehen, wie viele Menschen immer wieder in diese Vermessenheit und Schamlosigkeit geraten, auch solche, die sonst nicht übel sind; es ist also an der Zeit, sie darauf aufmerksam zu machen, was in diesem Stück ihre Pflicht ist. 
Zunächst sollen sie sich daran erinnern, daß sie mit ihrem Forschen nach der Vorbestimmung in die heiligen Geheimnisse der göttlichen Weisheit eindringen; wer nun hier ohne Scheu  und vermessen einbricht, der erlangt nichts, womit er seinen Vorwitz befriedigen könnte, und er tritt in einen Irrgarten, aus dem er keinen Ausgang finden wird! Denn es ist nicht billig, daß der Mensch ungestraft durchforscht, was nach des Herrn Willen in ihm selber verborgen bleiben soll, und daß er die Hoheit seiner Weisheit, die er angebetet und nicht begriffen wissen wollte und um deretwillen er uns ja eben wunderbar sein will, geradezu von der Ewigkeit her durchwühlt. Die Geheimnisse seines Willens, die er uns kund-zumachen für gut erachtete, die hat er uns durch sein Wort vor Augen gestellt. Er hat das aber soweit für gut erachtet, als es nach seiner Vorsehung zu unserem Besten dient und uns nützlich ist.

"Wir sind auf dem Wege des Glaubens gekommen", sagt Augustin, "so wollen wir auch beständig auf ihm bleiben! Er führt uns zur Kammer des Königs, in der alle Schätze der Erkenntnis und der Weisheit verborgen liegen. Denn es war nicht etwa Missgunst, die den Herrn Christus gegenüber seinen Jüngern, die doch groß und besonders auserwählt waren, bewegte, als er zu ihnen sprach: ‚Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen' (Joh. 16, 12). Wir müssen in Bewegung sein, wir müssen weiterschreiten, wir müssen wachsen, damit unsere Herzen fähig werden, das zu fassen, was wir jetzt noch nicht aufnehmen können! Wenn uns der jüngste Tag fortschreitend antrifft, so werden wir da lernen, was wir hier nicht zu lernen vermögen!" (Predigten zum Johannesevangelium, 53). Wenn bei uns der Gedanke gilt, daß das Wort des Herrn der einzige Weg ist, der uns zur Erforschung dessen führt, was uns von ihm zu wissen gebührt, daß es das einzige Licht ist, das uns voranleuchtet, damit wir sehen, was wir von ihm erschauen sollen, - dann wird er uns mit Leichtigkeit vor allem Vorwitz bewahren und zurückhalten.

Wir weden dann nämlich wissen, daß unser Lauf, sobald wir die Grenzen des Wortes überschreiten, vom Wege abführt und in der Finsternis verläuft – und daß wir da notwendig in die Irre gehen, fallen und immer wieder anstoßen müssen! Deshalb wollen wir uns zuerst vor Augen halten: eine andere Erkenntnis der Vorbestimmung zu erstreben als die, welche uns im Worte Gottes entfaltet wird, das ist ebenso wahnwitzig, wie wenn einer weglos schreiten oder im Finstern sehen wollte. Auch sollen wir uns nicht schämen, in einer solchen Sache etwas nicht zu wissen, in der es eine wohlgelehrte Unwissenheit (docta ignorantia) gibt! Nein, wir wollen vielmehr gern davon Abstand nehmen, nach einem Wissen zu forschen, nach dem zu haschen töricht wie gefährlich, ja, geradezu verderblich ist! Wenn uns aber der Übermut unseres Wesens kitzelt, dann wird es von Nutzen sein, ihm stets zu seiner Dämpfung das Wort entgegenzuhalten: "Wer zuviel Honig ißt, dem ist's nicht gut, und das Forschen nach Ruhm wird den Vorwitzigen nicht zum Ruhm gereichen!" (Spr. 25, 27). Denn es besteht aller Grund, daß wir von einer Vermessenheit abgeschreckt werden, die nichts anderes vermag, als uns ins Verderben zu stürzen!

Die zweite Gefahr: das ängstliche Schweigen von der Erwählungslehre!

Dagegen gibt es andere, die dies Übel heilen wollen und zu diesem Zweck beinahe jede Erwähnung der Vorbestimmung zu begraben gebieten; ja, sie lehren, man solle sich vor jeder Frage nach ihr wie vor einer Klippe hüten! Nun ist das Maßhalten dieser Leute mit Recht zu loben, insofern sie der Ansicht sind, man solle die Geheimnisse mit solcher Bescheidenheit erwägen. Aber sie bleiben doch gar zu sehr hinter dem rechten Maß zurück, und deshalb richten sie bei der menschlichen Art wenig aus; denn diese lässt sich nicht so blindlings in Schranken weisen. Um also auch in diesem Stück die rechte Begrenzung innezuhalten, müssen wir auf das Wort des Herrn zurückgehen, an dem wir eine sichere Richtschnur des Erkennens haben. Denn die Schrift ist die Schule des Heiligen Geistes, und in ihr wird nichts übergangen, was zu wissen notwendig oder nützlich ist, es wird aber auch ebenso nichts gelehrt, als was zu wissen förderlich ist!

Was nun auch in der Schrift über die Vorbestimmung gelehrt wird, - wir müssen uns hüten, die Gläubigen davon fernzuhalten, damit wir nicht den Anschein erwecken, als wollten wir sie boshaft um die Wohltat ihres Gottes betrügen oder auch den Heiligen Geist beschuldigen und beschimpfen, er habe Dinge kundgemacht, die man nützlicherweise auf alle Art unterdrücken sollte! Wir wollen, meine ich, dem Christen-menschen erlauben, allen Worten Gottes, die an ihn gerichtet werden, Herz und Ohr zu öffnen, allerdings mit solcher Zurückhaltung, daß, sobald der Herr seinen heiligen Mund schließt, auch der Mensch sich den Weg zum Forschen verschließt! Unsere Bescheidenheit wird dann das richtige Maß haben, wenn wir beim Lernen nicht nur stets Gottes Leitung folgen, sondern auch da, wo er seiner Belehrung ein Ende macht, aufhören, noch etwas wissen zu wollen. Auch ist die Gefahr, die jene Leute fürchten, nicht so groß, daß wir deshalb die Herzen von Gottes Offenbarungsworten abwenden dürften! Es ist (allerdings) ein herrliches Wort des Salomo: "Es ist Gottes Ehre, ein Wort zu verbergen" (Spr. 25, 2). Aber die Frömmigkeit und auch der gesunde Menschenverstand leiten uns an, diese Stelle nicht unterschiedslos auf alles zu beziehen; wir müssen also eine Unterscheidung aufsuchen, damit nicht unter dem Deckmantel der Zurückhaltung und Bescheidenheit die grobe Unwissenheit unser Wohlgefallen findet! Diese Unterscheidung wird nun von Mose in wenigen Worten klar zum Ausdruck gebracht: "Das Geheimnis gehört unserm Gott; aber dies hat er uns und unseren Kindern offenbart!" (Deut. 29, 29). Da sehen wir, wie er dem Volke die Beschäftigung mit der Lehre des Gesetzes einzig auf den Grund des himmlischen Willens-ratschlusses ans Herz legt, weil es eben Gott gefallen hatte, das Gesetz kundzumachen, wie er aber zugleich das nämliche Volk in diese Schranken einschließt, und zwar einzig aus dem Grunde, weil es den Sterblichen nicht gebührt, in Gottes Geheimnisse einzudringen. 
Ich gestehe zwar, daß unfromme Menschen bei der Behandlung der Vorbestimmung, ehe man sich versieht, etwas erhaschen, um es zu zerpflücken, übel zu deuten, anzubellen oder zu verspotten. Aber wenn uns die Unverschämtheit solcher Leute schreckt, dann müssen wir von allen hochwichtigen Glaubenslehren schweigen; denn solche Menschen oder ihresgleichen lassen fast keine von ihnen mit ihren Lästerungen unverletzt.

Ein widerspenstiger Geist wird ebenso frech losfahren, wenn er hört, daß in Gottes Wesen drei Personen bestehen, wie wenn er vernimmt, daß Gott, als er den Menschen schuf, auch vorausgesehen hat, was in Zukunft mit ihm geschehen werde. Solche Menschen werden auch ihr Gelächter nicht unterlassen, wenn sie gewahr werden, daß erst wenig mehr als fünftausend Jahre seit der Erschaffung der Welt verflossen sind; denn sie werden dann fragen, warum denn Gottes Kraft solange müßig und schlafend gewesen sei! Kurz, man kann nichts vorbringen, was sie nicht mit ihrem Spott angreifen! Wollen wir aber, um diese Lästerungen niederzuhalten, von der Gottheit des Sohnes und des Heiligen Geistes schweigen? Wollen wir die Erschaffung der Welt mit Stillschweigen übergehen? Nein, in diesem Stück und auch sonst in allen ist Gottes Wahrheit zu mächtig, als daß sie die Schmähsucht der Gottlosen zu fürchten hätte. So behauptet es auch Augustin gründlich in seinem Werk "Von der Gabe der Beharrung" (15-20). Wir sehen doch, wie es die falschen Apostel nicht fertiggebracht haben, den Apostel durch Verleumdung und Beschimpfung seiner wahren Lehre dazu zu bringen, daß er sich ihrer schämte! 
Töricht ist es aber auch, wenn man erklärt, diese ganze Erörterung sei auch für fromme Gemüter gefährlich, weil sie den Ermahnungen zuwider sei, den Glauben erschüttere und weil sie das Herz selbst verwirre und ängstige. Augustin verhehlt nicht, daß er es gewohnt war, auf Grund solcher Ursachen beschuldigt zu werden, weil er die Vorbestimmung gar zu frei predige; aber er widerlegt diesen Vorwurf doch vollauf, was ihm ja sehr leicht möglich war (Von der Gabe der Beharrung, 14).

Wir wollen dagegen, da hier viele und verschiedenartige Widersinnigkeiten vorgebracht werden, die Widerlegung jeder einzelnen bis an die je passende Stelle aufschieben. Nur dies eine sollte, das möchte ich gerne, bei ihnen allgemein fest stehen bleiben: Was der Herr im Geheimen hat verborgen sein lassen, dem sollen wir nicht nachspüren, was er hat offen an den Tag treten lassen, das sollen wir nicht vernachlässigen, damit wir nicht auf der einen Seite um unserer allzu großen Neugierde, auf der anderen um unserer Undankbarkeit willen verdammt werden! Denn auch das ist ein kluges Wort Augustins: wir könnten der Schrift sicher folgen, weil sie gleichsam nach der Art des Gangs einer Mutter langsam schreite, um unsere Schwachheit nicht hinter sich zu lassen (Von der Genesis V, 3). Wenn aber einige so vorsichtig oder ängstlich sind, daß sie wohl wünschten, die Vorbestimmung sei begraben, damit sie nur ja keine schwächlichen Seelen verwirre, - mit was für einer Farbe wollen sie denn, das möchte ich gar zu gern wissen, ihre Anmaßung zudecken? Denn hintenherum beschuldigen sie Gott törichter Unbedachtheit, als ob er nämlich eine Gefahr, der sie weislich zu begegnen glauben, nicht vorhergesehen hätte! Wer also die Lehre von der Vorbestimmung mit übler Nachrede belastet, der treibt offene Gotteslästerung – als ob Gott nämlich unbesonnen etwas entfallen wäre, was der Kirche Schaden brächte!

Vorbestimmung und Vorherwissen Gottes

Die Vorbestimmung, kraft deren Gott die einen zur Hoffnung auf das Leben als seine Kinder annimmt, die anderen aber dem ewigen Tode überantwortet, wagt keiner, der als fromm gelten will, rundweg zu bestreiten, nein, man verwickelt sie nur in viele Spitzfindigkeiten; vor allem tun das die, welche das Vorherwissen (praescientia) für ihre Ursache erklären. Nun stellen auch wir beides an Gott fest, wir erklären es aber für verkehrt, eines dem anderen unterzuordnen. 
Wenn wir Gott das Vorherwissen zuschreiben, so meinen wir damit: alles ist stets vor seinen Augen gewesen und wird es auch allezeit bleiben; für seine Erkenntnis gibt es also nichts Zukünftiges oder Vergangenes, sondern es ist alles gegenwärtig, und zwar so gegenwärtig, daß er es sich nicht bloß auf Grund von bildlichen Gedanken vorstellt, so wie uns die Dinge wieder vorkommen, an die unser Sinn eine Erinnerung bewahrt, - sondern daß er diese Dinge wirklich schaut und gewahrt, als Gegenstände, die vor ihm stehen!

Dieses Vorherwissen erstreckt sich nun auf den ganzen Umkreis der Welt und auf alle Kreaturen. 
Unter Vorbestimmung verstehen wir Gottes ewige Anordnung, vermöge deren er bei sich beschloß, was nach seinem Willen aus jedem einzelnen Menschen werden sollte! Denn die Menschen werden nicht alle mit der gleichen Bestimmung erschaffen, sondern den einen wird das ewige Leben, den anderen die ewige Verdammnis vorher zugeordnet. Wie also nun der einzelne zu dem einen oder anderen Zweck geschaffen ist, so – sagen wir – ist er zum Leben oder zum Tode "vorbestimmt".

Die Erwählung Israels

Diese Vorbestimmung hat nun Gott nicht bloß an den einzelnen Personen bezeugt, sondern er hat ein Beispiel dafür an der gesamten Nachkommenschaft des Abraham gegeben; daraus sollte offenkundig werden, daß es in seinem Ermessen steht, wie die Stellung jedes einzelnen Volkes einmal werden soll. "Als der Allerhöchste die Völker zerteilte und zerstreute die Kinder Adams, ... da wurde das Volk Israel sein Teil und die Schnur seines Erbes..." (Deut. 32, 8. 9). Die Aussonderung ist vor aller Augen: In der Person des Abraham wird wie in einem dürren Stumpf ein einziges Volk besonders erwählt, während die anderen verworfen werden; eine Ursache aber wird nicht sichtbar – abgesehen davon, daß Mose die Nachkommen, um ihnen jeden Anlaß zum Rühmen abzuschneiden, lehrt, sie hätten ihre hervorragende Stellung einzig und allein aus Gottes gnädiger Liebe! Denn er gibt als Grund ihrer Errettung an, "daß er deine Väter geliebt und ihren Samen nach ihnen erwählt hat!" (Deut. 4, 37). Noch ausdrücklicher finden wir das in einem anderen Kapitel: "Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, darum daß euer mehr wäre als alle Völker ..., sondern darum, daß er euch geliebt hat ..." (Deut. 7, 7. 8). Mehrmals wiederholt sich bei ihm die gleiche Ermahnung: "Siehe, der Himmel ... und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des Herrn, deines Gottes; dennoch hat er allein zu deinen Vätern Lust gehabt, daß er sie liebte, und hat ihren Samen erwählt, ... euch!" (Deut. 10, 14, 15). Ebenso wird ihnen anderwärts die Heiligung zur Vorschrift gemacht, weil sie "erwählt" seien "zum Volk des Eigentums" (Deut. 7, 6). Und an anderer Stelle wird wiederum erklärt, Ursache des (dem Volke gewährten) Schutzes sei die Liebe Gottes! (Deut. 23, 5). Das verkündigen auch die Gläubigen mit einer Stimme: "Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt!" (Ps. 47, 5). Denn sie schreiben hier alle Gaben, mit denen sie Gott geziert hatte, seiner unverdienten Liebe zu – nicht nur, weil sie wußten, daß sie sie durch keinerlei Verdienste erworben hatten, sondern auch, weil sie erkannt hatten: nicht einmal der heilige Erzvater war mit solcher Tugend ausgerüstet, daß er damit sich und seinen Nachkommen ein solches Ehrenvorrecht erworben hätte!

Um alle Hoffart zu Boden zu stoßen, schilt er auch das Volk, es habe sich nichts dergleichen verdient, weil es doch ein widerspenstiges und halsstarriges Volk sei! (Deut. 9, 6; 9, 24). Die Propheten halten den Juden oft ihre Erwählung zur Schmach und als Vorwurf vor, weil sie ja schändlich von ihr abgefallen waren (z. B. Amos 3, 2). 
Wie dem aber nun sei – es sollen doch einmal die vortreten, die Gottes Erwählung an die Würdigkeit der Menschen oder an die Verdienste der Werke binden wollen! Sie sehen doch, daß hier ein einziges Volk allen anderen vorgezogen wird, und sie vernehmen, daß Gott durch keinerlei Rücksicht dazu gebracht worden ist, gegen so wenige und unedle, dazu aber auch böse und ungehorsame Menschen gnädig zu sein! Wollen sie nun mit ihm hadern, weil er einen solchen Beweis seiner Barmherzigkeit hat liefern wollen? Aber sie werden weder mit ihrem lauten Widerspruch sein Werk hindern, noch auch dadurch, daß sie die Steine ihrer Vorwürfe gegen den Himmel schleudern, seine Gerechtigkeit treffen und verletzen!

Nein, diese Steine fallen vielmehr auf ihr eigenes Haupt zurück! 
Eben auf diesen Grundsatz des aus Gnade mit ihnen geschlossenen Bundes werden die Israeliten zurückverwiesen, wenn es gilt, Gott Dank zu sagen oder auch die Hoffnung für die kommende Zeit aufzurichten. "Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst", sagt der Prophet, "zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide!" (Ps. 100, 3). Die verneinende Bemerkung ("und nicht wir selbst"), die hinzugesetzt ist, um uns auszuschließen, ist nicht überflüssig; sie sollen eben wissen, daß Gott nicht nur der Geber all der Gaben ist, um derentwillen sie solch hervor-ragende Stellung genießen, sondern daß er auch die Ursache (sie ihnen zu schenken) aus sich selber genommen hat, weil in ihnen ja nichts solcher Ehre würdig gewesen wäre! Der Prophet gebietet ihnen auch, sich an Gottes reinem Wohlgefallen genügen zu lassen, indem er spricht: "Ihr, der Same Abrahams, seines Knechtes, ihr Kinder Jakobs, seines Auserwählten!" (Ps. 105, 6). Er zählt weiter Gottes fortwährende Wohltaten als Früchte der Erwählung auf, und nachdem das geschehen ist, kommt er am Ende zu dem Schluß, Gott habe so freigebig an ihnen gehandelt, weil er seines Bundes gedacht habe (Ps. 105, 42).

Dieser Lehre entspricht der Gesang der ganzen Kirche: "Deine Recht und das Licht deines Angesichts haben unseren Vätern das Land gegeben; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen!" (Ps. 44, 4; der Anfang ist Inhaltsangabe). Dabei ist zu bemerken: wo das Land erwähnt wird, da ist es ein sichtbares Merkzeichen der verborgenen Aussonderung, in die die Annahme in die Kindschaft eingeschlossen ist. Zu dieser Dankbarkeit ermahnt David das Volk an anderer Stelle: "Wohl dem Volk, des Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!" (Ps. 33, 12). Zu fröhlicher Hoffnung aber ermuntert es Samuel: "Gott wird euch nicht verlassen um seines großen Namens willen; denn es hat ihm wohlgefallen, sich euch zum Volk zu erschaffen!" (1. Sam. 12, 22). Ebenso wappnet sich auf David zum Kampfe, wenn sein Glaube angegriffen wird: "Wohl dem, den du erwählt hast ..., daß er wohne in deinen Höfen!" (Ps. 65, 5).

Weil aber die Erwählung, die in Gott verborgen ist, durch die erste wie die zweite Erlösung, wie auch durch andere zwischendurch geschehene Wohltaten bekräftigt worden ist, so wird bei Jesaja das Wort "Erwählen" auch darauf übertragen. So hören wir: "Der Herr wird sich über Jakob erbarmen und Israel noch fürder erwählen" (Jes. 14, 1). Denn er redet hier von der kommenden Zeit: da wird Gott das übrige Volk, das er dem Anschein nach enterbt hat, wieder sammeln, und Jesaja erklärt dies nun für ein Zeichen der beständigen, gewissen Erwählung, die zugleich dem Anschein nach dahingefallen war. Wenn es dann auch anderwärts heißt: "Ich erwähle dich und verwerfe dich nicht" (Jes. 41, 9), so rühmt er damit den fortwährenden Gang der herrlichen Freigebigkeit des väterlichen Wohlwollens Gottes. Noch offener redet der Engel bei Sacharja: "Gott wird Jerusalem wieder erwählen" (Sach. 2, 16); es ist, als hätte er durch solche gar harte Züchtigung Jerusalem verworfen und als wäre die Verbannung eine Unterbrechung der Erwählung gewesen; die Erwählung bleibt aber dennoch unverletzt, wenn auch ihre Kennzeichen nicht immer sichtbar sind!

Die zweite Stufe: Erwählung und Verwerfung einzelner aus Israel

Wir müssen nun weiter zu einer zweiten, enger umgrenzten Stufe der Erwählung kommen, in der nun die mehr besondere Gnade Gottes sichtbar wird: Gott hat nämlich aus dem gleichen Geschlecht Abrahams die einen verworfen, die anderen aber in seiner Kirche belassen und dadurch gezeigt, daß er sie unter seinen Kindern erhalten hat. So hatte Ismael im Anfang die gleiche Stufe wie auch sein Bruder Isaak erlangt; denn durch das Merkzeichen (symbolum) der Beschneidung war in ihm der geistliche Bund nicht minder versiegelt als in seinem Bruder. Trotzdem wird er verstoßen: nach ihm dann auch Esau, und schließlich eine unzählbare Schar und fast ganz Israel! "In Isaak" wurde (dem Abraham) "der Same" berufen (Gen. 21, 12) – und die gleiche Berufung dauerte bei Jakob an. Ein gleiches Beispiel hat Gott mit der Verwerfung des Saul gegeben; das wird auch in einem Psalm herrlich gerühmt: "Und er verwarf den Stamm Josephs und erwählte nicht den Stamm Ephraim, sondern erwählte den Stamm Juda ...." (Ps. 78, 67. 68). Die heilige Geschichte wiederholt das mehrfach, damit in diesem Wechsel das wunderbare Geheimnis der Gnade Gottes desto besser offenbar werde.

Ich gebe zu: Ismael, Esau und ihresgleichen fielen durch ihr eigenes Vergehen und ihre eigene Schuld aus der Annahme in die Kindschaft heraus; denn da ist ja die Bedingung zugesetzt, nach der sie Gottes Bund treulich halten sollten; und sie haben diesen Bund tatsächlich treulos verletzt! Aber trotzdem war es doch eine besondere Wohltat Gottes, daß er sich herbeigelassen hatte, sie den anderen Völkern vorzuziehen, wie es auch in einem Psalm heißt: "So tut er keinen Heiden, noch lässt er sie wissen seine Rechte!" (Ps. 147, 20). Ich habe aber hier nicht ohne Bedacht gesagt, man müsse dabei zwei Stufen beachten. Gott zeigt nämlich bereits durch die Erwählung des ganzen Volkes, daß er in seiner reinen Freundlichkeit an keinerlei Gesetze gebunden, sondern frei ist, so daß man also von ihm keineswegs eine gleichmäßige  Verteilung seiner Gnade verlangen kann; gerade die Ungleichheit dieser Verteilung zeigt, daß es sich hier wahrhaftig um eine Gnadentat handelt. Deshalb macht Maleachi Israels Undank so groß, weil es nicht bloß aus dem ganzen Menschen-geschlecht auserwählt, sondern auch noch aus dem heiligen Hause (Abrahams) ausgesondert war, und doch Gott, seinen so wohltätigen Vater, treulos und unfromm verachtete. "Ist nicht Esau Jakobs Bruder?", sagt er, "Und doch habe ich Jakob lieb und hasse Esau ..." (Mal. 1, 2. 3). Gott nimmt hier als zugestanden an, daß schon dadurch, daß beide einem heiligen Vater entstammten, beide Erbgenossen des Bundes und endlich Zweige aus der geheiligten Wurzel waren, die Kinder Jakobs nicht wenig verpflichtet waren, weil Gott sie ja zu solcher Würde angenommen hatte. Da nun aber ihr Vater Jakob, der der Natur nach der Geringere war, unter Verwerfung des Erstgeborenen, des Esau, zum Erben gemacht worden war, so beschuldigt er sie doppelter Undankbarkeit und beklagt sich, daß sie sich auch durch dies doppelte Band nicht haben halten lassen!

Die Erwählung einzelner als wirksame Erwählung

Hiermit ist nun zwar bereits vollauf klar geworden, daß Gott nach seinem verborgenen Ratschluß frei erwählt, welche er will, und daß er die anderen verwirft. Trotzdem ist seine gnädige Erwählung damit erst zur Hälfte deutlich gemacht, ehe wir zu den einzelnen Personen kommen, denen Gott das Heil nicht bloß anbietet, sondern derart versiegelt, daß die Gewißheit seiner Wirkung nicht mehr in der Schwebe oder im Ungewissen bleibt. Diese werden zu dem einigen Samen gerechnet, den Paulus erwähnt (Röm. 9, 8; Gal. 3, 16ff.). Denn die Annahme in die Kindschaft wurde allerdings in Abrahams Hand gelegt; aber von seinen Nachfahren sind viele gleichsam als faule Glieder abgeschnitten worden: soll also die Erwählung wirksam werden, so müssen wir zu dem Haupte emporsteigen, in welchem der himmlische Vater seine Auserwählten unter sich vereint und durch ein unauflösliches Band an sich selber gebunden hat! So ist zwar in der Erwählung des Geschlechts Abrahams Gottes freie Gunst, die er anderen verwehrte, hervorgetreten; aber in den Gliedern Christi leuchtet die Kraft seiner Gnade noch weit glänzender hervor; denn weil sie in ihr Haupt eingefügt ist, deshalb fallen sie nie und nimmer aus dem Heil heraus.

Deshalb zieht Paulus aus der oben angeführten Stelle bei Maleachi die Folgerung: wenn Gott den Bund des ewigen Lebens mit einem Volke aufrichtet und es zu sich einlädt, so wirkt sich an einem Teil dieses Volkes noch eine besondere Art von Erwählung aus, so daß er also nicht alle in unterschiedsloser Gnade wirksam erwählt. Wenn es heißt: "Jakob habe ich geliebt" (Mal. 1, 2), so bezieht sich das auf die gesamte Nachkommenschaft des Erzvaters, die der Prophet hier in einem Gegensatz zu den Nachkommen Esaus stellt. Das hindert aber nicht, daß uns in der Person eines Menschen ein Beispiel der Erwählung vor Augen gestellt ist, die nicht vergehen kann, sondern zu ihrem Ziel kommt! Paulus bemerkt nun nicht umsonst, daß solche Menschen als "die übrigen" bezeichnet werden; denn die Erfahrung zeigt, daß aus der großen Menge die meisten zu Fall kommen und vergehen, so daß also öfters nur ein kleiner Teil übrigbleibt. Die Ursache dafür, daß die allgemeine Erwählung eines Volkes nicht immer fest und wirksam ist, liegt auf der Hand: wenn Gott mit Menschen einen Bund macht, so schenkt er ihnen nicht gleich den Geist der Wiedergeburt, in dessen Kraft sie bis ans Ende in solchem Bunde beharren können; nein, diese äußere Veränderung ohne die innere Wirksamkeit der Gnade, die stark genug wäre, um sie zu erhalten, ist gewissermaßen ein Mittelding zwischen der (allgemeinen) Verwerfung des Menschen-geschlechts und der Erwählung einer geringen Zahl von Frommen. So wird das ganze Volk Israel als Gottes Erbe bezeichnet (Deut. 32, 9; 1. Kön. 8, 51; Ps. 28, 9; 33, 12 ...); trotzdem sind viele aus diesem Volke tatsächlich Draußen-stehende.

Aber Gottes Zusage, er werde dieses Volkes Vater und Erlöser sein, war doch nicht umsonst, und deshalb schaute er mehr seine gnädige Gunst an, als den treulosen Abfall vieler; durch diese war auch seine Wahrheit nicht abgetan; denn, wo er sich einen Rest bewahrte, da zeigte er, daß ihn seine Berufung nicht gereute! Wenn sich Gott nämlich seine Kirche immer wieder eher aus den Kindern Abrahams, als aus den unheiligen Völkern sammelte, so nahm er dabei auf seinen Bund Bedacht: als dieser gerade von der großen Menge verletzt war, da beschränkte er ihn auf wenige, damit er nicht gänzlich dahinfalle! Kurz, diese allgemeine Annahme des Samens Abrahams in die Kindschaft war gewissermaßen ein sichtbares Abbild jener größeren Wohltat, deren Gott einige aus vielen gewürdigt hat. Das ist der Grund, weshalb Paulus so gründlich zwischen dem Samen Abrahams nach dem Fleisch –und dem geistlichen Samen unterscheidet, der nach dem Vorbild des Isaak berufen ist. Nicht, als ob es eine eitle, fruchtlose Sache gewesen wäre, einfach ein Kind Abrahams zu sein – das könnte man nicht aussprechen, ohne damit den Bund verächtlich zu machen! Nein, Gottes unwandelbarer Ratschluß, kraft dessen er sich die vorbestimmt hat, welche er wollte, wurde eben an sich nur in diesen Nachkommen zum Heil wirksam! Bevor sich also aus den Schriftstellen, die ich anführen werde, klar ergibt, was wir hierüber zu denken haben, möchte ich die Leser ermahnen, sich nicht nach irgendeiner Seite hin ein Vorurteil zu bilden.

Zusammenfassende Überschau der Erwählungslehre

Was demnach die Schrift klar zeigt, das sagen wir auch: Gott hat in seinem ewigen und unwandelbaren Ratschluß einmal festgestellt, welche er einst zum Heil annehmen und welcher er andererseits dem Verderben anheimgeben will. Dieser Ratschluß ist, das behaupten wir, hinsichtlich der Erwählten auf Gottes un-verdientes Erbarmen begründet, ohne jede Rücksicht auf menschliche Würdigkeit. Den Menschen aber, die er der Verdammnis über-antwortet, denen schließt er nach seinem zwar gerechten und unwiderruflichen, aber unbe-greiflichen Gericht den Zugang zum Leben zu! Was die Auserwählten betrifft, so halten wir dann aber weiter dafür, daß die Berufung das Zeugnis der Erwählung ist. Ein zweites Merkzeichen zur Bekräftigung der Erwählung ist dann die Rechtfertigung – bis wir endlich zu der Herrlichkeit gelangen, in der die Erfüllung der Erwählung besteht.

Wie aber der Herr seine Auserwählten durch die Berufung und Rechtfertigung kenntlich macht, so gibt er den Verworfenen durch ihren Ausschluß von der Erkenntnis seines Namens und der Heiligung seines Geistes wie durch Zeichen bekannt, was für ein Gericht ihrer wartet. Viele Phantasie-gebilde, die sich törichte Menschen ersonnen haben, um die Vorbestimmung umzustoßen, werde ich hier übergehen. Denn sie bedürfen keiner Widerlegung, weil sie, gleich wenn sie vorgebracht werden, selbst ihre Unwahrheit vollauf beweisen. Ich werde mich nur bei solchen aufhalten, die entweder unter den Gelehrten Gegenstand eines Streites sind, oder die den Einfältigen Schwierigkeiten machen könnten, oder die die Gottlosigkeit in falschem Schein zum Deckmantel nimmt, um Gottes Gerechtigkeit zu verunglimpfen.

 

Aktualisiert (Montag, den 19. April 2010 um 15:37 Uhr)